Vom Garagendach in die Luft
Wie eine Billigdrohne vom Discounter, drei Notlandungen auf Nachbars Garage und ein Flashmob in Hünfeld mich zu einem echten Drohnen-Hobby geführt haben – und was ich seitdem über Fliegen, Filmen und Perspektiven gelernt habe.
Es fing mit einer Katastrophe an
2021. Eine Drohne vom Discounter, ein paar Meter Flughöhe, und das unerschütterliche Vertrauen eines Anfängers. Was konnte schon schiefgehen?
Ziemlich viel, wie sich herausstellte. Die Drohne lieferte verwackelte Videos, ignorierte gelegentlich Steuerbefehle und hatte eine besondere Vorliebe für Nachbars Garagendach. Dreimal. Dreimal musste ich dort klingeln, erklären, klettern.
Nach dem dritten Mal war klar: Das kann nicht alles sein. Wenn Fliegen und Filmen wirklich Spaß machen soll, braucht es ein Gerät das das auch ernst nimmt. Und so begann eine Reise, die bis heute andauert.
Die beste Investition in ein Hobby ist nicht das teuerste Gerät – sondern das erste, das wirklich funktioniert.
Von 2021 bis heute
Mein Equipment
Über die Jahre hat sich ein kleines DJI-Ökosystem entwickelt – nicht aus Sammelleidenschaft, sondern weil jedes Gerät etwas kann, das die anderen nicht können. Oder dürfen.
Wo Drohnen nicht fliegen dürfen – etwa über Menschenmengen oder in Sperrzonen – hilft die DJI Pocket auf einer langen Stange. Mehr als 3 Meter Höhe, freier Blickwinkel, kein Führerschein nötig. Eine simple Lösung für ein echtes Problem.
Das unvergessliche Erlebnis: Flashmob Jahnschule Hünfeld
Den Flashmob der Jahnschule Hünfeld aus der Luft zu filmen war eines der schönsten Erlebnisse seit ich fliege. Hunderte Menschen, choreografierte Bewegung, das Ganze von oben – eine Perspektive, die man am Boden einfach nicht bekommt. Das Video läuft in der Mediathek des Offenen Kanals Fulda und ist bis heute eines meiner liebsten Aufnahmen.
Was diesen Moment so besonders gemacht hat, war nicht nur die Technik – sondern das Vertrauen, das in einen gesetzt wird wenn man eine Veranstaltung aus der Luft begleiten darf. Man ist verantwortlich für die Aufnahmen, für den Luftraum, für die Sicherheit aller Beteiligten. Das ist ein gutes Gefühl – und eine gute Erinnerung daran, warum Führerscheine und Regeln sinnvoll sind.
Rechtliches: EU-Drohnenführerschein
Seit 2021 gilt in der EU ein einheitliches Regelwerk für Drohnen. Wer ernsthaft fliegen will, kommt an den Führerscheinen nicht vorbei – und sollte das auch nicht wollen. Die Prüfungen sind gut gemacht und vermitteln tatsächlich wichtiges Wissen über Luftraum, Sicherheitsabstände und Verhaltensregeln.
Drohnen über 250g brauchen auch eine Registrierung beim LBA und eine e-ID-Plakette am Gerät. Die DJI Mini liegt bewusst unter dieser Grenze – das macht sie für viele Situationen deutlich unkomplizierter. Immer aktuelle Regelungen beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) prüfen, da sich Vorschriften ändern können.
Was ich am liebsten filme
Mein Revier ist das Hünfelder Land – Landschaften, Felder, Wälder, Dörfer. Die Region hat aus der Luft eine Qualität, die man am Boden kaum wahrnimmt: die Weite der Rhön, die Strukturen der Felder, der Wechsel der Jahreszeiten von oben.
Was mich beim Filmen immer wieder fasziniert, ist die Perspektive. Menschen kennen die Welt aus Augenhöhe – maximal noch aus dem Fenster eines Flugzeugs, wo alles abstrakt wird. Die Drohne gibt einem etwas dazwischen: nah genug um Details zu sehen, hoch genug um Zusammenhänge zu verstehen.

Neben den Drohnenflügen sind die Fahrradtouren mit der DJI Pocket zu einem festen Bestandteil geworden. Was sich mit einer Kamera am Lenker einfangen lässt, hat eine andere Qualität als stehende Aufnahmen – Bewegung, Rhythmus, die Strecke als Erlebnis. Auf der langen Stange kommen dann wieder Perspektiven dazu, die sonst niemand hat.
Jedes Gerät zeigt die Welt anders. Die Drohne zeigt Struktur und Weite. Die Pocket am Fahrrad zeigt Bewegung und Nähe. Beides brauche ich.
Was ich gelernt habe
Fünf Jahre Drohne fliegen hinterlassen Spuren – nicht nur auf Garagendächern. Ein paar Dinge, die ich heute jedem Anfänger mitgeben würde:
Fazit
Was als Experiment mit einer wackligen Discounter-Drohne begann, ist ein echtes Hobby geworden – mit eigenem Equipment, eigenen Führerscheinen und echten Erlebnissen. Der Flashmob in Hünfeld bleibt das bisher schönste davon. Aber das Hünfelder Land hat noch viele Winkel, die ich noch nicht von oben gesehen habe.
Und solange die DJI Air 3 fliegt und die Pocket auf der Stange sitzt, wird sich das ändern.
Das Schönste am Fliegen ist nicht die Höhe – es ist der Moment, wo man etwas Vertrautes aus einem Winkel sieht, den man vorher nicht kannte.