Web & Design

Mein Divi-Workflow – 8 Jahre, eine Methode

Wie ich Websites plane, in Divi aufbaue und mit KI-Unterstützung schneller und besser gestalte als je zuvor – und was sich in über einem Jahrzehnt mit WordPress grundlegend verändert hat.

Mai 2026 · ~8 Min. Lesezeit · Divi · WordPress · Webdesign

Über 10 Jahre WordPress – und ich lerne noch immer

Ich arbeite seit über zehn Jahren mit WordPress – zuerst für die Homepage unserer Druckerei, dann für private Projekte, heute für diese Seite hier. Und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich dabei nie festgefahren habe.

WordPress ist ein riesiges Ökosystem. Es wächst, verändert sich, und manchmal nimmt es einem liebgewonnene Gewohnheiten einfach weg. Divi kenne ich seit acht Jahren – und genau das ist gerade wieder passiert: Divi 5 hat die Oberfläche so grundlegend umgebaut, dass man sich als erfahrene Nutzerin plötzlich wieder wie eine Anfängerin fühlt. Alles ist noch da – aber nichts ist mehr da, wo es war.

Acht Jahre Erfahrung schützen nicht davor, ein Update erstmal verwirrend zu finden. Das ist kein Fehler – das ist der Job.

Trotzdem: Was mich hält, ist die Methode. Nicht die Menüs, nicht die Buttons – sondern die Art, wie ich an eine neue Seite herangehe. Die hat sich über die Jahre entwickelt und funktioniert auch mit Divi 5.

Von Divi 3 bis Divi 5 – eine kurze persönliche Geschichte

~14
vor ca. 10 Jahren
Einstieg mit WordPress – erste Seiten, viel Trial and Error, viele gelöschte Themes.
~18
vor ca. 8 Jahren
Umstieg auf Divi – Page Builder statt Theme-Coding. Plötzlich ging alles schneller. Die Firmenhomepage wurde damit komplett neu aufgebaut.
~22
vor ca. 2–3 Jahren
KI kommt ins Spiel – erst zögerlich für Texte, dann für Mockups, dann für CSS und Layout-Fragen. Der Workflow verändert sich grundlegend.
25
2025 / 2026
Divi 5 – neue Oberfläche, neue Logik, vieles neu lernen. Und gleichzeitig: KI-Unterstützung macht den Einstieg in Unbekanntes deutlich einfacher.

Mein Workflow – Schritt für Schritt

Ich gehe jede neue Seite nach dem gleichen Prinzip an. Das spart Zeit, verhindert dass ich mich in Details verliere bevor die Grundstruktur steht, und gibt mir einen klaren Fortschritt.

1
Idee & Konzept
Vorstellen, wie die Seite aussehen soll
Bevor ich Divi auch nur öffne, mache ich mir Gedanken: Was soll die Seite leisten? Welche Inhalte kommen drauf? Wie soll sie sich anfühlen – ruhig, dynamisch, persönlich, professionell? Das passiert meistens auf Papier oder in einem kurzen Text.
2
ChatGPT / KI
Visuelles Mockup mit KI erstellen
Ich beschreibe der KI, wie ich mir die Seite vorstelle – Struktur, Stimmung, Zielgruppe – und lasse mir ein visuelles Mockup generieren. Das ist kein fertiges Design, sondern ein Denkwerkzeug: Ich sehe auf einen Blick, ob meine Vorstellung trägt oder ob ich nochmal umdenken muss.
3
Divi Builder
Mockup in Divi nachbauen
Jetzt erst öffne ich Divi. Das Mockup ist meine Vorlage – ich baue Sektion für Sektion nach. Keine Kreativpausen, keine Ablenkung durch „es könnte auch so aussehen". Die Entscheidungen sind getroffen, ich setze sie um.
4
Inhalt
Seiten mit Inhalten füllen
Wenn das Layout steht, kommt der Inhalt. Texte, Bilder, Links. Hier hilft KI wieder – für Erstentwürfe, für SEO-Optimierung, für Formulierungen die ich dann in meine eigene Stimme übersetze.
5
Theme Builder
Feintuning über den Theme Builder
Zum Schluss kommt der Divi Theme Builder – globale Stile, Header, Footer, Schriften, Abstände. Was hier eingestellt wird, gilt seitenübergreifend. Ich mache das zuletzt, weil sich beim Aufbau der Seiten oft noch zeigt, was global geregelt werden muss.
Reihenfolge ist alles

Der häufigste Fehler: mit dem Theme Builder anfangen, bevor man weiß wie die Seiten aussehen. Ich mache das bewusst als letzten Schritt – erst wenn ich sehe was sich wiederholt, kann ich es sinnvoll globalisieren.

Was Divi kann – und was nervt

Nach acht Jahren habe ich eine klare Meinung zu Divi. Es ist ein mächtiges Tool – aber es ist kein einfaches Tool. Und mit Divi 5 hat Elegant Themes vieles neu sortiert, was man sich erstmal wieder erarbeiten muss.

Was ich schätze
  • Enorme Gestaltungsfreiheit ohne Code
  • Theme Builder für globale Elemente
  • Große Community und viele Ressourcen
  • CSS-Zugriff wenn es nötig wird
  • Layouts speichern und wiederverwenden
  • Regelmäßige Updates und Weiterentwicklung
Was mich nervt
  • Divi 5 hat viel verändert – Einarbeitung nötig
  • Kann bei komplexen Seiten träge werden
  • Verschachtelter Code im Hintergrund
  • Manche Optionen findet man einfach nicht
  • Abhängigkeit vom Elegant-Themes-Ökosystem
Zu Divi 5

Das Update auf Divi 5 hat die Oberfläche grundlegend verändert. Viele gewohnte Wege funktionieren anders oder heißen anders. Das ist kein Grund zur Panik – aber man sollte sich Zeit nehmen, die neue Logik zu verstehen, statt mit alten Gewohnheiten gegen Wände zu laufen. KI hilft dabei übrigens sehr gut: einfach beschreiben was man sucht, und man bekommt den neuen Weg erklärt.

Wie KI meinen Workflow verändert hat

Ich sage das ohne Übertreibung: KI hat meine Art zu arbeiten grundlegend verändert. Nicht weil sie alles automatisch macht – sondern weil sie die Reibung bei genau den Stellen senkt, wo ich früher viel Zeit verloren habe.

🎨
Design-Entscheidungen
Ein Mockup in Minuten statt Stunden. Ich beschreibe die Stimmung, bekomme ein visuelles Ergebnis – und merke sofort ob es stimmt oder nicht.
🎨
Farbpaletten & CSS
Statt stundenlang mit Farbwerten zu experimentieren: ich beschreibe die gewünschte Stimmung, bekomme konkrete HEX-Werte und kann sie direkt testen.
✍️
Texte & SEO
Erstentwürfe für Seitentexte, Meta-Beschreibungen, Alt-Texte – alles was früher lästige Pflicht war, geht jetzt schnell und wird dann in meine eigene Stimme übersetzt.
🔧
Neues lernen
Divi 5 hat vieles verändert. Statt ewig in Dokumentationen zu suchen: einfach fragen. KI erklärt den neuen Weg – kontextuell, ohne Umwege.

KI hätte es schon viel früher geben müssen. Ich denke daran, wie viele Stunden ich früher in Dinge gesteckt habe, die heute Minuten dauern.

Was ich mir früher gewünscht hätte

Wenn ich mit dem Wissen von heute anfangen würde, würde ich einiges anders machen. Nicht weil die alten Wege falsch waren – sondern weil es einfachere gibt.

Mockup zuerst, Divi danach
Ich habe früher Divi geöffnet und angefangen – und mich dann stundenlang im Builder verloren. Ein klares Mockup vorher spart enorm viel Zeit.
Farbpalette einmal definieren, konsequent durchziehen
CSS-Variablen für alle Farben – am Anfang einmal festlegen, dann nirgendwo mehr Einzelwerte eintragen. Das spart bei jedem späteren Farbwechsel viel Arbeit.
Theme Builder ist kein Anhang – er ist die Basis
Ich habe ihn lange als „Nice to have" behandelt. Dabei ist er das Herzstück eines konsistenten Designs. Wer globale Stile ignoriert, arbeitet später doppelt.
KI früher und öfter einsetzen
Nicht nur für Texte – für Design-Entscheidungen, für CSS-Fragen, für das Verständnis von Tools. Der Einstieg in Neues ist mit KI-Unterstützung deutlich weniger frustrierend.

Fazit

Divi ist nach acht Jahren immer noch mein Tool der Wahl – nicht weil es perfekt ist, sondern weil ich es kenne, weil es flexibel genug für meine Ansprüche ist, und weil die Kombination mit KI-Tools es zu etwas gemacht hat, das ich vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätte.

Der Workflow hat sich eingespielt: Idee, Mockup, Aufbau, Inhalt, Feintuning. Die Reihenfolge klingt simpel – aber sie zu respektieren ist das Schwierigste daran. Wer sie beachtet, baut schneller, konsistenter und mit weniger Frust.

Webdesign ist heute so zugänglich wie nie. Wer bereit ist, sich auf neue Werkzeuge einzulassen – KI eingeschlossen – arbeitet in einem Jahr Dinge heraus, für die es früher eine Agentur gebraucht hätte.